03.04.2015 - 4h Rennen - Teningen

Theoretisch könnten wir unseren Bericht zum 4 Stunden Rennen in Teningen mit nur einem Wort umschreiben und beenden: Pech. Getreu Murphy´s Gesetz ging schief was nur schief gehen kann. Das fing eigentlich schon mit dem Wetter an. Die ganze Woche über sagte der Wetterbericht Regen voraus, auf den wir uns einstellten und irgendwie uns auch darauf freuten, haben wir eigentlich starke Regenfahrer. Als wir in Teningen ankamen ging die Sonne auf, die Strecke war noch leicht feucht aber der Nebel lichtete sich und gab den blauen Himmel frei. Das Wetter wollen wir dabei auch nicht unbedingt als Pech bezeichnen. Auch in der Qualifikation sah es nach einem guten Start aus. Die Qualifikation wurde von Roland Schartner gefahren. Die Positionen wechselten bis zum Schluss. Die Ideallinie trocknete immer mehr ab. Man musste eine schnelle Runde ganz zum Schluss setzen können. Schartner fuhr alleine auf der Strecke ohne die Hilfe eines Windschattenpartners reichte es am Ende zum 9. Startplatz. Doch in der Box bestätigte er Mike Wilhelmi, der den Startturn fahren würde, dass das Kart gut sei. Auch von anderen Teams hörte man im Vergleich dass das gezogene Kart nicht schlecht zu sein scheint. Doch noch in der Boxengasse begann uns dann das Glück zu verlassen. Beim Versuch den Motor zu starten riss leider der Seilzug. Das gute Kart musste gewechselt werden. Das neue Kart... nicht annähernd an der von Schartner beschriebenen Leistung des Qualifikationskarts. Aber da musste man nun durch. Hoffen dass man sich einer Gruppe anschließen konnte die einen zog. Beim Start auf der Innenseite zeigte sich dann schon die erste Schwäche des Karts, dass einfach nicht in Gang kommen wollte. In Kurve 1 dann wurde es gleich eng. Wilhelmi hatte keinen Platz auf der Straße und fuhr mit 2 Rädern innen durch eine Pfütze, die das Wasser auf der Innenseite von Turn 1 spritzte. Bei gerade einmal 3°C musste Wilhelmi komplett durchnässt dann den ersten Turn fahren. Mit den nassen Reifen rutschte er zudem noch zu sehr um Kurve 2 und verlor viele Positionen. Am Ende der 1. Runde wussten viele Fahrer die weiter vorne gestartet waren noch nichts von der nun nassen Ideallinie in Kuve 1 und rutschten teilweise sanft, teilweise etwas unsanft von der Strecke. Hierdurch konnte Wilhelmi ein paar Positionen zurückgewinnen. Dann hieß es dranbleiben an den anderen Fahrern. Während die Spitze sich immer weiter entfernte musste auch Wilhelmi kämpfen den Anschluss an seine Gruppe zu behalten. Das Kart war nur im direkten Windschatten fähig den Vordermännern/frauen zu folgen. Sobald eine Wagenlänge dazwischen lag war dieser Nutzen schon vorbei. Man erkannte das ganze in der Box und so wurde der erste Turn auf 50 Minuten abgekürzt. Wilhelmi übergab auf Position 10 liegend das Steuer.
Mehr Glück hatte dann Roland Schartner was die Kartlosung betraf. Er hatte ein Kart mit dem man schnell fahren konnte. Problem: Immer dann wenn er einen Windschattenpartner auf der Strecke fand verschwand dieser kurz darauf in die Box. So fuhr Schartner einen Großteil des Turns alleine. Zu unserem Pech fuhr das Team Forever Racing auf Platz 9 liegend im Pulk mit einem Windschattenpartner. Aus der halben Runde Rückstand wurde so langsam eine komplette Runde. Schartner wurde aufgeschnappt und hatte alleine fahrend zu diesem Zeitpunkt keine Chance da die Rundenzeiten eine halbe bis ganze Sekunde langsamer waren ohne Windschatten. Schartner kam nach rund 1 Stunde und 10 Minuten an die Box und übergab weiterhin auf Platz 10 liegend an Patrick Bold.
Leider hatte auch Bold nicht das glückliche Händchen. Er erwischte ein Mittelfeldkart, ähnlich dem von Wilhelmi in Turn 1. Die ersten Rundenzeiten die gerademal im niedrigen 50er Bereich lagen sorgten erstmal für Aufregung an den Boxen, fuhr die Spitze zu diesem Zeitpunkt im 48er Bereich und die direkte Konkurrenz im 49er Bereich. Doch als Bold dann auf der Strecke einen Partner fand und sich mit diesem arrangierte und sich ziehen ließ gingen die Zeiten runter. Er verbesserte die bis dahin gefahrene Teambestzeit auf 48.5x. Mehr war leider nicht drin. Nach einer guten Stunde kam Bold rein zum eigentlich letzten Stopp und Fahrerwechsel. 
Mike Wilhelmi war es der nach dem Startturn auch den Schlussturn fahren durfte. Das Kopfschütteln von Wilhelmi nach der ersten Runde deutete es jedoch an, das Kart lief nicht. Wilhelmi bezeichnete es später als einen Supergau. Er zog ein Kart das unheimlich schwerfällig zu lenken war, nervös wurde beim Anbremsen und auf der Geraden keine Geschwindigkeit entwickelte. Er erwischte das wohl schwächste Kart des Tages. Seinen Kampf mit der Bodenhaftung konnte man in Kurve 1 ein jedes Mal sehen und hören, als die Reifen nach Grip schrien. Auch die Unfallkurve vom letzten Jahr war unheimlich nervös zu durchfahren, was Wilhelmi als sehr unangenehm bei Gedanken an den damals verursachten Bänderriss beschrieb. In der Box reagierte man und entschied sich nach 18 Minuten schweren Herzens zu einem zusätzlichen Stopp um das Kart zu wechseln, da Wilhelmi nicht mal im direkten Windschatten anderen Fahrern folgen konnte. Er kam zu einem schnellen Kartwechsel in die Box, denn es konnte nur besser werden. Und das wurde es auch und zwar richtig. Zum ersten Mal am Tag erwischte man ein Kart mit dem man die Zeiten der Spitze mitgehen konnte. Leider zu spät, war man bereits auf Platz 12 durchgereicht worden. Mit dem letzten Kart konnte Wilhelmi so schnell fahren dass selbst eine sich schiebende Zweiergruppe des Teams Forever Racing nur sehr langsam näher kam. Nach einer Weile nahm Wilhelmi eine Boxentafel am Streckenrand war die den beiden Forever Racing Fahrern galt und anzeigte dass die Lücke zum Vordermann kleiner wurde, der dann auch irgendwann vor Wilhelmi auftauchte. Wilhelmi wurde in den Zug aufgenommen und mit angeschoben zu Dritt schloss man die Lücke. Da Wilhelmi nicht in das Geschehen um Position 4 eingreifen wollte winkte er die beiden Fahrer vorbei und schloss sich dem Zug hinten an.

Insgesamt beendten wir ein vom Pech verfolgtes Rennen am Ende auf dem 12. Platz. Wenn man bedenkt dass man im Novemberrennen lange Zeit um den 5. Platz mitkämpfte und trotz 2 schwereren Unfällen bei denen sich Roland Schartner Prellungen zuzog und eine Runde verlor und Wilhelmi einen Bänderriss und 4 Runden verlor, am Ende den 11. Platz belegte ist das Ergebnis doppelt bitter. Man muss leider zugeben dass wir alles andere als zufrieden waren. Die Strecke wurde enttäuscht noch vor der Siegerehrung verlassen. Wilhelmi formulierte es nach dem Rennen so: "Zu wissen dass man mehr leisten kann und dann durch nicht wettbewerbsfähige, gestellte Karts so zurückgeworfen wird ist eine größere Enttäuschung als zu wissen dass man es selbst verbockt hat."

Intern laufen Überlegungen die Konsequenzen aus diesem Event zu ziehen und eine weitere Teilnahme in Teningen zu überdenken.

Onboard Wilhelmi / Startturn

Onboard Wilhelmi / Schlussturn

 

07.03.2015 - 3h Rennen - Kerpen

Endlich geht es wieder los... ein neues Jahr, neues Glück. Und als Saisonauftakt suchten wir uns das 3 Stunden Rennen im MS-Kartcenter in Kerpen aus. Leider hatten weniger Fahrer Zeit oder wollten nicht ganz so weit fahren und so waren es Roland Schartner und Mike Wilhelmi die die Fahnen des Teams hochhielten. Ohne Erwartungshaltung und ohne Druck reiste man nach Kerpen. Eine nahezu unbekannte Strecke galt es zu lernen. Mike Wilhelmi befuhr die Indoorstrecke von Kerpen vor rund 3 Jahren einmal, aber nie im Renntrimm. Noch dazu wusste Wilhelmi dass ihm der Betonboden aus Kerpen eigentlich gar nicht liegt. Schartner kannte die Strecke von Kerpen hingegen noch gar nicht.

Für abergläubische Fahrer war die Fahrt nach Kerpen nichts. Nachdem man 2,5 Stunden in sämtlichen Staus auf der Autobahn verbrachte, einem Unfall nur knapp entging und man entsprechend später als geplant an der Strecke ankam, lagen die Nerven eigentlich schon blank. Half aber nichts man musste die Strecke lernen. Auf der Strecke fuhren einige Fahrer des späteren Siegerteams "Kantholz". Sie zeigten das hohe Zeitenniveau welches am Renntag herrschen würde. Die Ernüchterung nach dem ersten Turn war schnell da, hing man da noch 3 Sekunden hinter den schnellsten Zeiten. Sowohl Schartner als auch Wilhelmi hatten mit dem sehr griffigen Boden zu kämpfen. Die Karts wurden ständig überbremst und fangen an zu springen. Nach 3 Turns schaffte man es den Rückstand auf 1,5 Sekunden zu verkürzen. Immer noch zu viel und so zog man sich Abends ziemlich ruhig ins Hotel zurück. Gut schlafen war da nicht angesagt.

Am nächsten Morgen ging es direkt um 7.30 Uhr an die Strecke. Finale Einschreibung, gemeinsames Frühstück und Drivers Meeting in dem das umfassende Regelwerk erklärt wurde. Schnell wurde klar: Einfach wird das wirklich nicht, das Fahrerfeld war hochkarätig besetzt. 
Roland Schartner startete in der pünktlich um 9 Uhr startenden Qualifikation als erstes. Er kam bis auf Position 16 vor, dann war Schluß. 17 Minuten vor Ende übergab Schartner das Steuer an Wilhelmi, welcher seine schnellste Zeit vom Vortag bestätigte und sich somit auf Platz 13 noch vorschieben konnte. Nach einer 30 minütigen Pause ging es dann pünktlich um 10 Uhr in die erste der beiden Einführungsrunden hinter dem Pacekart. Mike Wilhelmi fuhr den Startturn der bis zum Pflichtfahrerwechsel 30 Minuten dauern sollte. Direkt nach dem Start konnte Wilhelmi das Tempo der Kampfgruppe um ihn rum mitgehen. Jedoch zahlte er schnell im ersten Turn Lehrgeld und ließ sich zweimal überrumpeln. Auf Platz 15 liegend konnte er die Lücke zu den Vordermännern immer wieder schnell schließen, fand aber keinen Weg vorbei. Die Plätze 14 und 13 blieben immer in direkter Sichtweite. Nach 30 Minuten fingen dann die Pflichtfahrerwechsel an. Dank der hohen zugewiesenen Startnummer 16 (von 18) konnte Wilhelmi 10 Minuten länger fahren. Immer mehr Konkurrenten verabschiedeten sich vor ihm in die Boxen. Wilhelmi nutzte die freie Fahrt und zog das eigene Tempo ein wenig an. Nach dem alle Fahrer an der Box waren und Roland Schartner für den ersten langen Stundenturn das Lenkrad übernahm lag man nun auf Position 11. Von den Teams die hinter Alemannenring Racing lagen war es lediglich das Team Roadrunner das schneller fuhr, die Lücke schloss und Schartner auf den 12 Rang zurückfallen lies. Nach 30 Minuten Fahrt von Schartner stand der erste Tankstopp an. Ebenfalls nach 30 Minuten stellte man fest dass einige Teams einen zusätzlichen Fahrerwechsel einlegten, was den 12 Platz erst einmal sicherte. Nach 60 Minuten Fahrzeit übergab Schartner das Steuer erneut an Mike Wilhelmi für dessen Stundenturn. Wilhelmis Augenmerk lag permanent auf der Zeitenliste was zur folge hatte dass er in mehreren Runden hintereinander konstante 45.9er Zeiten fuhr, eine Zeit die ihn seit Freitag permanent begleitete. Tatsächlich schaffte er es aber auch in diesem Turn die schnellste Runde des Teams zu fahren mit einer Zeit von 45.43 sec, womit man genau eine Sekunde langsamer war als die schnellste Runde des Rennens. Wilhelmi übergab das Steuer an Schartner beim letzten Pflichtwechsel rund 20 Minuten vor Rennende. Fast schon unbeachtet hatte sich das Team Monster Energy auf Platz 13 liegend in Lauerstellung gefahren und lag nur noch 7 Sekunden hinter Alemannenring Racing. Schartner konnte die Rundenzeiten der Konkurrenz mitgehen. Immer wieder schrumpfte und vergrößerte sich der Vorsprung zurück auf das Normalniveau. Dennoch wurde es 5 Minuten vor Rennende noch einmal richtig spannend. Die Gegner kamen näher und näher, lagen nur noch 4 Sekunden hintendran und hatten Schartner schon feste im Blick. Dieser wurde u.a. auch noch durch eine Situation mit der blauen Flagge benachteiligt und in einen unfreiwilligen Kampf gezogen, wieder waren 2 Sekunden weg. Der Rennleiter hatte die Zielflagge jedoch schon in der Hand. Beim ersten Auftritt in Kerpen reichte es zum 12. Rang mit gerade mal nur noch 2 Wagenlängen Vorsprung auf Platz 13.

Ein großes Lob möchten wir an dieser Stelle sowohl an die Organisatoren als auch die anderen Fahrer richten. Im gesamten Rennen kam es zu lediglich einer Gelbphase, zu keiner Zeit hatte man bei den im Rennverlauf gefahrenen 6 Karts das Gefühl einmal benachteiligt zu sein, die Streckenposten lieferten eine nahezu tadellose Arbeit und die anderen Fahrer fuhren sehr fair... für uns ist die nächste Rennteilnahme schon selbstverständlich! 

Onboard Wilhelmi / Qualifikation

Onboard Wilhelmi / Start und 1. Turn